Pergamonmuseum

Bauherr: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Projektzeit: seit 1991

[Pergamonuseum]
[Bilddokumentation der Baumaßnahme des Pergamonmuseums (Archivbild)]
Bilddokumentation der Baumaßnahme des Pergamonmuseums (Archivbild) Quelle: SMB-ZA
[Das Kolkgewölbe im Bereich des Südflügels des Pergamonmuseums]
Das Kolkgewölbe im Bereich des Südflügels des Pergamonmuseums Quelle: SMB-ZA
[Kellergewölbe des Pergamonuseums, auf der Seite des Neuen Museums]
Kellergewölbe des Pergamonuseums, auf der Seite des Neuen Museums

Projektbeschreibung

Zurückgehend auf die Initiative von Wilhelm von Bode führte der Architekt Alfred Messel von 1906 bis zu seinem Tod 1909 die Planungen zur Errichtung des Pergamonmuseums und damit zum Lückenschluss auf der Museumsinsel aus. Der Architekt Ludwig Hoffmann übernahm die Planungen und führte den Bau mit einer Grundfläche von 10.500 m² in den Jahren 1910 bis 1930 aus.

Beim Bau des Nordflügels, bei dem man zunächst auf keine außergewöhnlichen Baugrundverhältnisse traf, deutete sich bereits an, dass der tragfähige Baugrund nach Süden – dem Verlauf des Weichschichtkolkes folgend – deutlich abtaucht. Während die Gründung des Nordflügels und Mittelbaus noch durch Bodenaustausch gegen Beton dem Verlauf des tragfähigen Bodenhorizontes folgen konnte, ist am Südflügel ein völlig neues Gründungskonzept erarbeitet worden.

Die Baugrundaufschlüsse zeigten, dass sich im Bereich des Südflügels eine etwa 30 m breite und bis zu 50 m tiefe Weichschichtrinne in den Baugrund einschneidet. Eine Gründung in dieser Tiefe war mit der seinerzeitigen Technologie ausgeschlossen, so dass eine Gewölbelösung erarbeitet wurde. Zwischen zwei Widerlagern wurden vier Betonrippen, die untereinander durch Quergewölbe verbunden sind, mit etwa 34 m Spannweite angeordnet. Auf diesem sogenannten Kolkgewölbe steht das aufgehende Gebäude des Südflügels.

Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde das Pergamonmuseum schrittweise instandgesetzt und in den 50er Jahren des 20. Jh. schrittweise wiedereröffnet. Im Jahr 1982 wurde ein modern gestaltetes Eingangsgebäude fertiggestellt, dass vor dem Krieg bereits geplant, jedoch seinerzeit nicht realisiert worden war.

Seit 2011 wird die Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums durchgeführt. Zunächst wurde vor den eigentlichen Arbeiten im aufgehenden Museumsgebäude in einer vorgezogenen Bauphase der Abbruch und der Neubau des sogenannten Spreekellers – bei diesem handelt es sich um ein unterirdisches Bauteil zwischen dem aufgehenden Museumsgebäudes und der Spree – durchgeführt.

In den nachfolgenden Bauphasen werden sukzessive die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen in den aufgehenden Bauteilen des Pergamonmuseums, in dem von dessen drei Flügeln umgebenen Ehrenhof („Forum“, nur unterirdisch ausgebildet) sowie eine Ergänzung des Ensembles durch den sogenannten 4. Flügel, der den Ehrenhof zum Kupfergraben hin abschließt, vorgenommen. Eine weitere Ergänzung ist beim sogenannten „Tempietto“ geplant, dem Anschlussbereich des Ehrenhofs an den Mittelbau Mitte. Hier ist nach dem Abbruch des Bestands einschließlich der Hofunterkellerung ein vollständiger Neubau geplant. Die geplanten Umbaumaßnahmen beinhalten – bis auf wenige Ausnahmen – im Untergeschoss den Rückbau der vorhandenen Gewölbesohle und das Einziehen von neuen WU-Sohlen (wasserundurchlässige Betonsohlen), die bereichsweise noch von Bodenkanälen unterbaut werden, auf niedrigerem Niveau.

Leistungsumfang MKP

Vorbericht zu den Untergrund- und Gründungsverhältnissen auf der Museumsinsel (1991)

Machbarkeitsstudie (2001)
Gründungstechnische Beurteilung der Machbarkeit der Erschließungskonzeption des Architekturbüros Prof. O.M. Ungers (2001)

Vorplanung (2004 – 2005)
Baugrunderkundung/-beurteilung und Gründungsberatung

Entwurfsplanung / HU-Bau (2006 – 2008)
Baugrund- und Gründungsberatung

  • Ermittlung der Grundlagen der Möglichkeiten der Baugrubenumschließung, grundbauliche Beratung und Mitwirkung bei der Planung der Baugruben, Beurteilung der Einwirkungen auf Nachbarbauwerke
  • Grundbauliche Beratung bei der Bewertung vorhandener Gründungskonstruktionen, Bewertung hinsichtlich eventuell erforderlicher Gründungsverstärkungen
  • Grundbauliche Beratung und Mitwirkung bei der Planung und Bemessung der Neugründungen (Flach- und/oder Tiefgründungen), Ermittlung von Bemessungswerten, Beurteilung der Einwirkung auf Bestandsbauwerke
  • Setzungsprognosen insbesondere der organischen Böden unterhalb von Neugründungen

Ausführungsplanung und Vergabe (2009-2013)

  • Geotechnische Beratung zu Ausführungsdetails der Baugrubenplanung
  • Mitwirkung bei der Ausschreibung der Spezialtiefbauarbeiten zum Spreekeller
  • Beantragung der wasserbehördlichen Erlaubnis zum Einleiten und Einbringen von Stoffen in das Grundwasser, zur Entnahme und Förderung von Restwasser aus den Trogbaugrube, zur Absenkung von Grundwasser und Bewertung der Einwirkungen auf die Umgebung

Leistungen während der Ausführung (seit 2012)

  • Geotechnische Beratung des Bauherrn
  • Begleitung der Spezialtiefbauarbeiten als Betriebsbeauftragter gemäß wasserbehördlicher Erlaubnis

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